Was, wenn Ankommen gar kein Ziel ist?

Ich bin jetzt 28 Jahre alt und habe mir fast mein ganzes Leben lang Ziele gesetzt.

Ziele wie: 

  • Wenn ich endlich auf Weltreise gehe, dann bin ich glücklich. 
  • Wenn ich endlich meinen neuen Laptop habe, dann fange ich mit diesem Herzensprojekt an. 
  • Wenn ich endlich einen Remote-Job habe, dann werde ich das Leben genießen.
  • Wenn ich endlich eine eigene Wohnung habe, dann werde ich mich zuhause fühlen.

Rückblickend fällt mir auf, dass hinter all diesen Zielen eigentlich derselbe Wunsch steckte: Ich wollte irgendwo ankommen.

Doch warum glauben wir eigentlich so oft, dass wir erst ein bestimmtes Ziel erreichen müssen, um glücklich zu sein?

Diese Frage habe ich mir über die Jahre immer wieder gestellt.

Schon als Kinder lernen wir, auf etwas hinzuarbeiten. 

  • Wenn die Schule vorbei ist, wird es besser. 
  • Wenn die Ausbildung geschafft ist, wird es besser. 
  • Wenn wir genug Geld verdienen, wird es besser. 
  • Wenn wir die Traumwohnung gefunden haben, wird es besser. 
  • Wenn wir endlich reisen können, wird es besser.

So verbringen wir einen großen Teil unseres Lebens damit, auf einen Zeitpunkt in der Zukunft hinzuarbeiten und auf einen Moment zu warten, an dem endlich alles so sein soll, wie wir es uns wünschen.

Wenn das Ziel erreicht ist

Irgendwann erreichen wir dann etwas, auf das wir lange hingearbeitet haben.

Wir sitzen da, mit dem neuen Laptop, mit der eigenen Wohnung, mit dem Remote-Job oder dem One-Way-Ticket in der Hand.

Doch plötzlich stellen wir fest:

Ich bin zwar am Ziel angekommen, aber so richtig glücklich fühle ich mich nicht.

Natürlich war da Freude oder manchmal Stolz, dass mein sein Ziel erreicht hat, doch dieses Gefühl hielt meistens nicht lange an. Diese Welle des Glücks war jedesmal genauso schnell wieder verschwunden, wie sie gekommen war.

Kaum ein Ziel erreicht, setzte ich mir dementsprechend ein neues, mit der Hoffnung, dort endlich zu finden, wonach ich eigentlich gesucht hatte.

Vielleicht suchen wir am falschen Ort

Ich habe einmal gelesen, dass nicht das Ziel glücklich machen soll, sondern der Weg dorthin. Ehrlich gesagt konnte ich mit diesem Gedanken lange nichts anfangen. Vielleicht bin ich einfach ein ungeduldiger Mensch, aber ich wollte selten den Weg erleben, ich wollte möglichst schnell dort sein, wo ich hin wollte. 

Die Vorstellung, irgendwann anzukommen, war für mich immer viel attraktiver als die vielen Schritte dorthin. Heute sehe ich das etwas anders, zumindest versuche ich es.

Vielleicht habe ich mein Leben lang versucht, irgendwo anzukommen, ohne jemals zu hinterfragen, ob das Gefühl von Ankommen überhaupt an einem Ort, einem Gegenstand oder einem Ziel auf mich wartet.

Rückblickend glaube ich nicht, dass das Problem darin lag, die falschen Ziele gewählt zu haben. Stattdessen habe ich wohl erwartet, dass ein Ziel etwas erfüllen kann, das nur in mir selbst entstehen kann.

Ziele können uns eine Richtung geben, Sie können uns motivieren, Neues auszuprobieren und über uns hinauszuwachsen, aber sie können uns nicht das Gefühl schenken, angekommen zu sein.

Ich glaube, dieses Gefühl entsteht viel leiser, nicht dann, wenn wir endlich dort sind, wo wir sein wollten.

Sondern in dem Moment, in dem wir aufhören, unser Glück ständig an das nächste Ziel zu knüpfen.

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